Planungswerkstatt: Amstettnerinnen und Amstettner planten mit dem Quartier A Team die Wohn- und Arbeitswelt von morgen

 
 
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16.07.18
Günther Sterlike

Viele interessierte Amstettnerinnen und Amstettner folgten Ende Juni unserer Einladung in die Remise – und diese wurde zu einem Ort der Ideen und des Austauschs. Der Start in den Tag begann bei einem gemeinsamen Planungsfrühstück, bei dem Ulrike Königsberger-Ludwig, Landesrätin von Niederösterreich, Michaela Hinterholzer, Abgeordnete zum niederösterreichischen Landtag und Ursula Puchebner, Bürgermeisterin der Stadt Amstetten, die Vision einer Wohn- und Arbeitswelt von morgen vorstellten. Chris Müller, Direktor der Tabakfabrik Linz, hielt einen Vortrag über seine Erfahrungen als Gründer eines der erfolgreichsten österreichischen Kreativräume für Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Denn genauso wie die Tabakfabrik wird auch das Quartier A auf rund 90.000 Quadratmetern in Zukunft innovative Betriebe und Institutionen aus Forschung, Technik und der Kreativindustrie zusammenbringen.

Thementische zu Future Hub, Mobilität und mehr

In offenen, dynamischen Gesprächsrunden konnten sich die Besucherinnen und Besucher im Anschluss an das Frühstück in der ‚Planungswerkstatt’ an Thementischen über den Masterplan, die Remise als Future Hub, Pläne in den Bereichen Wohnen, Freizeit, Nachhaltigkeit und Mobilität sowie über Amstetten als Smart City austauschen.

Vorschläge und Ideen wurden aufgezeichnet, Wünsche diskutiert – kurz: die Wohn- und Arbeitswelt von morgen gestaltet.

Die Ergebnisse

Die Fragen und Vorschläge von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden in der weiteren Planung bestmöglich berücksichtigt. Ergebnisse aus den Diskussionsrunden waren unter anderem die folgenden:

Zum Thema Nachhaltigkeit und Mobilität

  • Funktionierende Mobilität im Quartier gewährleisten (am Baufeld, zwischen den Baufeldern, zur Stadt und zur Region)
  • Genug Parkplätze einplanen
  • Für die Park & Ride Anlage baucht es Lösungen, die das Parken an die Zugnutzung bindet; dabei sollte auch das Wochenparken von Reisenden zum Flughafen Schwechat unterbunden werden
  • Gemeinde-Verkehrsverbund für öffentlichen Verkehr andenken, der ein abgestimmtes übergreifendes Angebot, vor allem für die Pendlerströme, entwickelt
  • Öffentliche Verkehrslösungen für die Fahrt zu benachbarten Gemeinden in ca. 10 bis 12 km Entfernung (zB Citybus) anbieten
  • Es braucht in Amstetten einen ‚Mobility Point’, in dem alle Mobilitätsangebote (Zug, Bus, Carsharing, E-Infrastruktur, Bikesharing, Taxi, Tickets, Information etc.) zusammenlaufen und all diese Angebote mit einer Karte, mit einem System genutzt werden können
  • Betreutes Wohnen sollte auf die Bewohnerinnen und Bewohner ausgerichtete Mobilität integral beinhalten
  • Die innerstädtischen Fußwegeverbindungen zwischen dem Quartier A und der Innenstadt sollten optimiert werden
  • Wichtig ist es, die lokale Mobilität zu betrachten; Themen hierbei sind: Pendlermobilität, Staus in Amstetten, Park & Ride, öffentliche Verkehrsmittel für Pendlerinnen und Pendler

Zum Thema Freiraum

  • Eine zusätzliche Verbindung über die Bahntrasse andenken
  • Ein bauliches Leuchtturmprojekt mit Aussichtspunkten schaffen
  • Erhaltung und Nutzung der Gebäude mitdenken
  • Dachflächen und Fassaden begrünen
  • Bei Inbetriebnahme ein Quartiersmanagement einrichten

Zu den Projektgebieten Am Mühlbach – Am Magazin – An der Remise

Am Mühlbach

  • Mühlbach und den Weg als öffentlichen Durchweg erhalten
  • Parkanlage an der Bahntrasse, die über einen neuen Steg über den Mühlbach erreicht werden kann, ist sehr positiv
  • Gemeinschaftsgärten bei den Wohnhäusern anbieten inkl. einer Moderation/Begleitung, um eine Gartengruppe aufzubauen
  • Besiedlungsbegleitung ist wichtig, um stabile Nachbarschaften zu fördern

Am Magazin

  • Beachvolleyball als Nutzung für Freizeit-Gebäude: indoor, outdoor, Dachflächen; Beachvolleyballclub in Amstetten einbinden
  • Therapiegarten mit medizinischer Nutzung wäre schön (öffentliche und therapeutische Nutzung)

An der Remise

  • Lärmschutz beachten, vor allem nachts, denn Güterzüge sind laut
  • Die Freiraumgestaltung soll die Geschichte des Ortes aufnehmen (Zug auf der Drehscheibe, Gleise)
  • Regenwassermanagement in Freiräumen: überprüfen, ob Mühlbach ausgeleitet werden kann; eventuell den Mühlbach im Oberlauf dafür mehr dotieren – einen Wasserkreislauf schaffen
  • Anbindung an den bestehenden Freiraum Mühlbach verstärken

Zur Remise, dem künftigen Future Hub im Quartier A

  • Überdachte, wettergeschützte Wege und Teilüberdachung im ‚Innenhof’ der Remise andenken
  • Bezug zur Eisenbahn auch in der Einrichtung berücksichtigen
  • Maker Space zum Basteln und Ausprobieren berücksichtigen
  • Drehbühne sinnvoll in das Außengestaltungskonzept einbinden
  • Ergänzendes Kulturzentrum für Amstetten entwickeln und die gute Stimmung aus der Interimsnutzung mitnehmen

Zum Thema Wohnen

  • Verbindung vom Quartier A zum Zentrum stärken
  • Generationen vernetzen: nachbarschaftliche Hilfe, Ältere & Junge zusammenbringen, Pflege bedenken
  • Wohnungstausch ermöglichen
  • Günstiges Hotel errichten (für eine Wohndauer von einem Tag bis hin zu mehreren Jahren – zB auch spannend, um einige Monate lang Sportler unterzubringen; 2-4 Bett-Zimmer, kein Jugendherbergscharakter)
  • Qualitativ hochwertige, ansprechende Wohnungen schaffen: modern, jung, frisch, hip, urban
  • Große Wohnungen und flexibel teilbare Räume
  • Sharing von Räumen andenken
  • Wohnorte ohne Konsumzwang errichten
  • Wohnen mit Kindern: sichere Freiräume, Spielmöglichkeiten einplanen
  • Fußläufig sollte alles erreichbar sein
  • Biotop: Interessante Leute in der Nachbarschaft bilden ein Netzwerk
  • Flächen schnell mobilisieren

Fotos von der Planungswerkstatt sind hier zu sehen: https://www.facebook.com/pg/QuartierA.PrototypingFuture/photos/?tab=album&album_id=331324784068401

Ich möchte mich im Namen des gesamten Teams für eure Beteiligung und eure Ideen und Vorschläge bedanken. Es war ein großartiger, wertvoller Vormittag für uns, denn Partizipation ist ein wesentlicher Eckpfeiler unseres Projekts. Was hier entsteht, erfinden wir gemeinsam.