Quartier A als Multilokalitäts-Leuchtturm?

 
 
  • Magazin
 | 
28.11.19
Johannes Haselsteiner

Der Trend der Urbanisierung in Kombination mit sinkenden Geburtenraten führte unter anderem dazu, dass 30% der Bezirke und 40% der Gemeinden in Österreich zwischen 2005 und 2015 einen Bevölkerungsrückgang verzeichneten.

Das klingt auf den ersten Blick wie eine Schreckensmeldung, doch „Get the Most“ will auf die großen Chancen hinweisen, die sich auf den zweiten Blick für das Mostviertel ergeben. Das Zauberwort heißt „Multilokalität“ und bedeutet,  dass immer mehr Menschen nicht nur an einem, sondern an mehreren Orten leben, arbeiten und die Freizeit verbringen – sich beispielsweise während die Arbeitswoche in Wien und am Wochenende im Mostviertel aufhalten. Prozesse wie Globalisierung, Digitalisierung und schnelle Verkehrsverbindungen befördern diese multilokalen Lebensarten.

Multilokalität ist ein Massenphänomen mit steigender Relevanz

Die Anzahl der multilokal lebenden Menschen wird statistisch nicht erfasst – als Annährung dient der Anteil an Zweitwohnsitzen, der in Ostösterreich derzeit bei knapp 20% liegt. Dieser Wert dürfte laut Fachmeinung jedoch nur die unterste anzunehmende Größenordnung sein, die Tendenz und die gesellschaftliche Relevanz des Themas Multilokalität sind im Steigen begriffen.

Die Entscheidung für diese Lebensart  ist immer sehr individuell – jedoch verspricht sich jeder und jede einzelne einen klaren, persönlichen Mehrwert daraus. Man will bildlich gesprochen das beste aus zwei Welten vereinen. Drei Hauptmotive spielen hier eine wesentliche Rolle: Beruf und Ausbildung, Familie und Beziehungen sowie Freizeit.

Multilokalität ist eine Chance für das Mostviertel

Multilokal lebende Menschen bereichern ihre Heimatregion mit neuem Wissen, Fähigkeiten, sowie Netzwerken. Daraus ergeben sich Chancen für ländliche Regionen.

Unter anderem dank der hohen Lebensqualität, der wunderbaren Naturlandschaften, sowie der ausgezeichneten Verkehrsanbindungen ist das Mostviertel geradezu prädestiniert, diese Potenziale zu nutzen.

Quartier A als Multilokalitäts-Leuchtturm?

Betrachtet man die „Wunschlisten“ und tendenziellen Bedürfnisse der multilokal lebenden Menschen und vergleicht diese mit den Entwicklungszielen des Projekts „Quartier A“ zeigt sich eine unglaubliche Treffsicherheit.

Neben flexiblen Wohnformen und Arbeitszeitmodellen sind auch technische Infrastrukturen  und Systeme wie der Breitbandausbau, Kinderbetreuungseinrichtungen und öffentliche Verkehrsanbindungen essenziell, um Menschen für die Region (zurück)zugewinnen.  Es braucht aber auch zunehmend kreative Orte der Kollaboration – wie beispielsweise Co-Working Spaces.

In diesem Sinne kann man sich wünschen, dass das Quartier A als Multilokalitäts-Leuchtturm viele NachahmerInnen in der Region findet. So ist sichergestellt, dass das hohe Potenzial der Multilokalität für das Mostviertel nicht verloren geht.