Zukunft Amstetten – Zukunft Quartier A: Das Quartier A kann eine der Antworten für die sich bereits heute abzeichnenden Herausforderungen der Zukunft sein.

 
 
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03.07.18
Silke Deininger

„Was hier entsteht, muss erst erfunden werden“ ist in diesem Projekt ein viel strapazierter Satz, der große disziplinübergreifende Gültigkeit besitzt und dies immer wieder aufs Neue beweist. Vor allem vor dem Hintergrund der sich bereits heute abzeichnenden Zukunftstrends.

Bereits heute sichtbare Entwicklungen:

Betrachtet man die heutigen Trends so wird deutlich, dass bis zum Jahr 2026 zwei Drittel der heutigen Ärzte in Pension sein werden. Gleichzeitig sind immer weniger junge Ärzte bereit, die frei werdenden Arztpraxen auf dem Land zu übernehmen. Dies bedeutet vor allem für ländliche Regionen einen Engpass an ärztlicher Versorgung und eine Überlastung der wenigen verbliebenen Landärzte. So erscheint es logisch in verkehrsgünstigen Lagen und Knotenpunkten, wie Bahnhöfen, medizinische Versorgungszentren zu errichten und somit eine möglichst gute Erreichbarkeit der Gesundheitseinrichtungen für die Bevölkerung zu gewährleisten.

Des Weiteren ist damit zu rechnen, dass der Druck auf dem Wohnungsmarkt in den größeren Städten weiterhin steigen wird und die Bevölkerung vermehrt an strukturell gut angebundene und vor allem leistbare Wohnstandorte ziehen wird. Damit werden auch Städte wie Amstetten in Zukunft wachsen. Um den Naturraum rund um Amstetten und an der Ybbs – und damit ein qualitativ hochwertiges Naherholungsgebiet – zu erhalten und möglichst wenig zusätzlichen Verkehr zu generieren ist es sinnvoll, die zukünftige Entwicklung frühzeitig zu steuern und attraktiven Wohnraum in Zentrums- und direkter Bahnhofsnähe zur Verfügung zu stellen.

Ein weiterer und sehr wichtiger Zukunftstrend ist im Bereich der Wirtschaft die Digitalisierung. Große Firmen stehen vor der Herausforderung mit den Entwicklungen Schritt zu halten und auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben. Hierbei ist es für die Firmen schwierig, gut qualifiziertes Personal anzuwerben und über die etablierten Firmenstrukturen hinaus zu denken. Eine Ideenschmiede, die neue, frische Ideen von außen zulässt, eine Infrastruktur, die es auch Müttern erlaubt zu arbeiten und ein ansprechendes Wohnumfeld können erste Ansätze sein, um diesem Problem entgegenzuwirken.

Das Quartier A liefert mögliche Antworten auf die soeben beschriebenen Entwicklungen

In den nächsten Jahren wird auf den rund 90.000 m² großen Flächen, rund um den Amstettner Bahnhof, viel geschehen. Die derzeitige Planung beinhaltet unter anderen Wohnbauten, Flächen zur Erholung und Freizeitgestaltung, Räumlichkeiten für die Wirtschaft und für diverse medizinische Einrichtungen und soll ab 2020 Stück für Stück umgesetzt werden.

Hiervon werden die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner des Quartier A, die heimische Wirtschaft und vor allem die derzeitigen Amstettnerinnen und Amstettner sowie die Bevölkerung der Umlandgemeinden profitieren.

Meine persönliche Vision des Quartier A

Stelle ich mir das Quartier A in zehn Jahren vor, so sehe ich Pendlerinnen und Pendler, die auf dem Weg von und zur Arbeit die Gesundheitsinfrastruktur direkt neben dem Bahnhof nutzen. Hierzu gehören unter anderem die Versorgung mit verschiedenen Ärzten und Einrichtungen zur Prävention. Weitere mögliche Einrichtungen können beispielsweise ein Fitnessstudio, Jogakurse und ein physikalisches Zentrum sein.

Des Weiteren haben junge Mütter, welche einer Berufstätigkeit nachgehen möchten, die Möglichkeit, eine zeitliche und auf die Arbeitszeiten abgestimmte Kleinkindbetreuung im Quartier A in Anspruch zu nehmen.

Einige ältere Menschen, welche die Arbeit am Haus und Garten nicht mehr stemmen können, leben dann bereits in Generationsübergreifenden Häusern im Quartier A. Hier ist es ihnen möglich, Tür an Tür mit weiteren Familienangehörigen zu leben, diverse Freizeitangebote in Anspruch zu nehmen und bei Bedarf von Pflegekräften vor Ort betreut zu werden.

Auch die Wirtschaft wird nicht zu kurz kommen. Die Remise wird Spielwiese für Digitalisierung und Innovation werden. Des Weiteren wird die Remise Treffpunkt für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Bewohnerinnen und Bewohner und jungen sowie älteren Menschen sein. An der Drehscheibe – der Mittelpunkt der Remise – werden sich die Menschen treffen, sich gemütlich in ein Kaffee setzen, essen gehen und kulturelle Angebote wahrnehmen.

Gegenüber der Remise werden sich etablierte Unternehmen in Bürogebäuden ansiedeln und von den Vorteilen des Standortes profitieren. Ein weiterer Vorteil hierbei ist die Schaffung von neuen, zusätzlichen Arbeitsplätzen vor Ort.